Geschichte

Karatedō oder kurz Karate bedeutet "Weg der leeren Hand". Die Ursprünge von Karate finden sich in China. Der Legende nach soll der Mönch Daruma Taishi, der den Zen-Buddhismus begründet haben soll, seine Mönche im Kloster Shaolin auch die Shaolin-Kampfkünste gelehrt haben. Aus diesen sollen dann zahlriche weitere Kampfkünste wie das Wushu entstanden sein. Die chinesischen Wurzeln von Karate erkennt man auch daran, dass Karate auch in Japan bis in die 1930-er Jahre noch "chinesische Hand" genannt wurde.

Das Karate in seiner heutigen Form entwickelte sich im 14. Jahrhundert auf den Ryūkyū-Inseln (Haputinsel ist Okinawa). Diese befindet sich 500 Km von den japanischen Hauptinseln entfernt und betrieb regen Handel mit Ländern wie China und Korea. Dies bedeutete auch einen kulturellen Austausch mit diesen Ländern und die dort einhheimischen Japaner kamen so erstmals mit den chinesischen Kampfkünsten in Kontakt. Da diese Insel ein ständiger Unrhuheherd war, wurde im 14. Jahrhundert dort das Tragen von Waffen bei der einheimischen Bevölkerung verboten. Dadurch wurden die waffenlosen Kampfkünste immer beliebter und es entwickelte sich der Vorläufer von Karate, das Okinawa-Te (Hand aus Okinawa).

Um die Bevölkerung unter Kontrolle zu halten, wurde auf den Ryūkyū-Inseln das Waffenverbot weiter verschärft und die Meister von Okinawa-Te entschieden sich, diese Kunst nur noch im Geheimen an ausgesuchte Personen zu lehren. Bis kurz vor das 20. Jahruhundert wurde so Okinawa-Te oder Karate, zu welchem es sich weiterentwickelte, nur vom Meister zum Schüler im Geheimen gelehrt. Nach 1875 begann sich Japan der Welt zu öffnen und Karate drängte stärker an die Öffentlichkeit.

1890 fielen bei der Musterung von jungen Männern für den Wehrdienst in der Präfektur Okinawa eine Gruppe von Männern auf, die sich in sehr guter körperlicher Verfassung befanden. Diese waren diejeinigen, welche Karate trainierten. Der Meister des Dojos wurde daraufhin beauftragt, den Lehrplan der Präfektur Okinawa zu erstellen und 1902 wurde dort Karate offizieller Schulsport. Mit diesem Schritt wurde Karate von einer reinen Selbstverteidigungskunst zu einer Art der Körperertüchtigung und Selbstbeherrschung.

Über öffentliche Vorführungen und Trainings in Universitäten wurde Karate zuerst in Okinawa und danach in ganz Japan bekannt gemacht. In den 1920-er Jahren wurde nach dem bewährten Vorbild Judo der Karate-Gi und verschiedene Gürtelfarben eingeführt. Über Hawaii, in das vor dem Ende des 19. Jahrhunderts viele Leute von Okinawa auswanderten, fand Karate den Weg in die USA und in die ganze Welt. 1949 wurde die erste internationale Karate-Organisation "Japan Karate Association" (Shotokan-Stil) gegründet.

Kyukushin-Karate

Im Gegensatz zu den meisten anderen Karate-Stilen wird beim Kyokushin in Vollkontakt gekämpft. Das heisst, mit den erlaubten Techniken ist ein Niederschlag des Gegners erlaubt. Die meisten Katas (Techniken in einer vorgegebenen Reihenfolge) stammen aus anderen Karate-Stilrichtungen wie z.B. dem Shotokan.

Kyokushin bedeutet übersetzt "Die letzte, absolute Wahrheit" und wurde 1953 von Mas Oyama in Tokio begründet. Obwohl das Training aufgrund vergleichsweise geringer Einschränkungen sehr hart war, erfreute sich der neue Stil grosser Beliebtheit. Bereits innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Schüler auf 700.

Mas Oyama erwies sich als sehr geschickt im Verbreiten des Kyokushin-Stils und machte ihn in der ganzen Welt bekannt. 1957 eröffnete Oyamas früherer Schüler Bobby Lowe auf Hawaii das erste Dojo ausserhalb Japans. Die erste Weltmeisterschaft fand 1975 in Tokio statt. Bei dieser beteiligten sich 128 Wettkämpfer aus 28 Ländern.

Beim Ableben Oyamas 1994 war die Organisation auf 10 Millionen Mitgliedern in 120 Ländern angewachsen. Die früheren Schüler und Nachfolger Oyamas zerstritten sich aber und so wurde die Kyokushin-Organisation in mehrere internationale Kyokushin-Organisationen zersplittet. Diese organisieren teils eigene Weltmeisterschaften und auch in der Schweiz gibt es zwei eigenständige Kyokushin-Organisationen.

Quelle: Wikipedia